GESUND: Warum rennen Sie die Treppen hoch?
Thomas Dold: Ich war mal Fußballer und hatte schon früh die nötige Kraft in den Beinen. Ich mag den Kampf mit mir selbst und gegen die Zeit. Die Konkurrenten spielen kaum eine Rolle, bei den meisten Wettbewerben hat man ja ohnehin einen Chip am Fuß, mit dessen Hilfe die Zeit gemessen wird.
GESUND: Ist die Treppe auch für Anfänger ein geeignetes Sportgerät?
Dold: Ja. Jeder Mensch jeden Alters kann das machen. Es ist die tägliche kleine Dosis Bewegung, man muss sich nicht mal umziehen am Anfang, es kostet nichts und Treppen gibt es schließlich überall.
GESUND: Was raten Sie Einsteigern?
Dold: Das kommt natürlich auch auf deren Fittness an, aber grundsätzlich: Langsam beginnen und langsam steigern, sonst gibt es im Gesäß am nächsten Tag einen kleinen Muskelkater. Zu Beginn am besten jede Stufe einzeln nehmen, Fittere probieren zwei. Erst die Treppe steigen, später mit dem Laufen beginnen. Ein- bis zweimal pro Woche zehn Minuten auf niedrigen Stufen mit Pausen trainieren, das wäre ein guter Einstieg.
GESUND: Warum ist Hochlaufen einfacher als Abwärtslaufen?
Dold: Weil man abwärts die Energie und das Gewicht abbremsen muss, das belastet Gelenke und Sehnen stärker. Das Verletzungs- und Muskelkaterrisiko ist aufwärts zudem geringer. Deshalb: Nach dem Training abwärts immer den Fahrstuhl nehmen oder ganz langsam gehen.
GESUND: Haben Sie in Ihrem Treppenlaufleben noch unerfüllte Wünsche?
Dold: Mich reizt, einmal das Burdsch Chalifa in Dubai hochzulaufen, mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt. Außerdem will ich mich auch als Weltmeister im Rückwärtslaufen verbessern. Meine Bestzeit steht da bei 2:31 Minuten über 800 m.

