Für Profi-Radfahrer sind spezielle Sportbrillen selbstverständlich, und viele dieser Modelle sind auch als cooles Lifestyle-Accessoire tauglich. Spezialbrillen für manch andere Sportarten lässt man beim Besuch im Straßencafé dagegen lieber in der Tasche. Doch auch für Freizeitathleten ist der Augenschutz in vielen Fällen unverzichtbar.
Gutes Sehen ist für Sportler wichtig, andererseits sind bei manchen Sportarten die Augen besonders gefährdet: Wer zum Beispiel einen Squashball ins Auge bekommt, muss um seine Sehfähigkeit fürchten, auch ein Fußball kann großen Schaden anrichten. Moderne Sportbrillen vermögen beides: Die Sehfähigkeit verbessern und die Augen vor Verletzungen schützen.
Normale Brillen können bei einem Unfall zerbrechen
„Wenn man mit einer normalen Brille einen Sportunfall hat, kann das fürs Auge sehr gefährlich werden“, sagt Augenoptikermeisterin Jutta Hunke aus Berlin. „Brillen haben oft scharfe Kanten und bestehen zum Teil aus Metall. Fassungen und Gläser können brechen.“ Sportbrillen sind dagegen komplett aus Kunststoff gefertigt, die Gläser und Fassungen bestehen in der Regel aus Polycarbonat. Daraus werden zum Beispiel auch die Scheiben für Panzerfahrzeuge hergestellt, und manche Brillenglas-Produzenten stellen den Optikern Hammer und Amboss zur Verfügung, damit die Kunden sich selbst von der Widerstandsfähigkeit des Materials überzeugen können.
Beim Radfahren und anderen Outdoor-Sportarten schützen die Spezialbrillen vor Blendung, Wind und Insekten. „Außerdem können sie helfen, die Leistung zu steigern, weil man durch die getönten Gläser entspannter sieht“, sagt Jutta Hunke, die sich auf die Anfertigung von Sportbrillen spezialisiert hat.
Wer eine Sehhilfe braucht, hatte früher nur die Wahl zwischen der Kombination von Sportbrille und Kontaktlinsen oder Sportbrillen, bei denen geschliffene Gläser mit einem Clip hinter den größeren Sportgläsern befestigt werden. Solche Systeme werden auch weiterhin angeboten. „Der Vorteil ist, dass man die getönten Gläser je nach Helligkeit wechseln kann“, so Jutta Hunke. Aber es gibt auch Nachteile: „Die Gläser beschlagen leichter, sind schwer zu putzen, mancher stößt mit den Wimpern dagegen, und man hat nicht so ein großes Sichtfeld.“ Inzwischen fertigen einige Hersteller aber auch die für die meisten Sportbrillen erforderlichen großen gebogenen Gläser mit eingearbeiteter Sehkorrektur an.
Golfer und Läufer brauchen einen guten Blick nach unten
Um optimalen Schutz und gleichzeitig ein großes Sichtfeld zu bieten, sind Sportbrillen besonders geformt: Die gebogenen Gläser sind der Kopfform angepasst, dadurch schützen sie auch seitlich vor Zugluft und einfallendem Licht. Außerdem stehen sie schief zueinander und gekippt vor den Augen, um möglichst nah am Gesicht zu sein. Das bedeutet, dass Gläser für Sportbrillen anders geschliffen werden müssen als Korrektionsgläser für normale Brillen. „Der Optiker misst alle Winkel, Krümmungen und Verkippungen an der gewünschten Brille und berechnet die Stärke individuell“, sagt Jutta Hunke. Ob das Modell gut sitzt, kann häufig gleich vor Ort im Windkanal getestet werden.
Die Preisspanne bei Sportbrillen ist groß, ausschlaggebend sind Material und Ausstattung. „Für eine gute Sportbrille muss man mit 150 Euro und mehr rechnen, für eine Brille mit geschliffenen Gläsern ab 350 Euro“, so Optikerin Jutta Hunke. „Die Herausforderung ist, ein Brillenmodell für sich zu finden, das zu vielen Aktivitäten passt“, betont sie. Nicht jeder ist bereit, sich für drei verschiedene Sportarten drei verschiedene Brillen anzuschaffen.
Für Sportarten wie z. B. Tennis, Fußball, Wandern, Skateboardfahren, Segeln oder Surfen sind Sportbrillen mit stabilem Rand geeignet. Viele dieser Modelle kann man auch gut beim Skifahren aufsetzen. Läufer, Golfer und Radfahrer werden eher zu Modellen greifen, die unten randlos sind, um eine gute Sicht auch in Richtung Boden zu haben. Die Winkel der Brillenbügel können im Allgemeinen individuell verstellt und die Enden für die eigenen Ohren passend zurechtgebogen werden. Eine Silikongummierung sorgt für festen Sitz, oft besteht auch die Möglichkeit, die Bügel gegen ein Sportband auszutauschen, das die Brille fest am Kopf hält. Ein Nasensteg aus Silikon kann ebenfalls den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Ein abnehmbares schmales Stirnpolster aus Schaumstoff saugt Schweiß auf oder dient beim Skifahren als Kälteschutz.
Für Hallensportarten empfiehlt Jutta Hunke Spezialbrillen mit breiten Silikonpolstern an den Seiten und am Nasensteg, die von einem breiten Band gehalten werden. Sie können auch mal den Kontakt mit einem Ball oder dem Ellenbogen des Mitspielers abfedern. „Squashspieler sollten eine Sportbrille tragen, auch wenn sie keine geschliffenen Gläser brauchen“, rät Jutta Hunke. Sie räumt allerdings ein, dass man bei diesen Modellen „ästhetisch unempfindlich“ sein sollte.

