Wer zur Behandlung oder Operation ins Krankenhaus muss, kann sich jetzt vorher im Internet über die Qualität verschiedener Kliniken informieren. 92 deutsche Kliniken haben sich zur Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zusammengeschlossen und veröffentlichen jetzt unter www.initiative-qualitaetsmedizin.de ihre Qualitätsergebnisse für verschiedene Erkrankungen.
Vorerst wurden Daten für 30 Diagnosen, darunter Brustkrebs, Herzschwäche, Herzinsuffizienz und Lungenerkrankungen oder Prostatakrebs, als auch wichtige Operationen, wie Gallenblasenoperationen, Leisten- oder Nabelbruch, Operationen am Verdauungstrakt, gynäkologische Eingriffe, Geburtshilfe sowie orthopädisch-unfallchirurgische und urologische Operationen eingestellt. Damit können Patienten genau sehen, welche Krankheitsfälle das einzelne Krankenhaus besonders häufig behandelt, aber auch wo es überdurchschnittlich viele Todesfälle gibt. Für die IQM-Datenbank wurden 1,7 Millionen Behandlungsfälle im Jahr 2009 ausgewertet. Grundlage bilden die Abrechnungsdaten der Kliniken. Sterblichkeiten werden teilweise mit den bundesdurchschnittlichen Werten des Statistischen Bundesamtes verglichen.
„Unsere Qualitätsergebnisse belegen unsere Stärken im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, zeigen den Kliniken aber auch, bei welchen Krankheitsbildern sie sich verbessern müssen“, sagt Dr. Francesco De Meo, Präsident des Vorstandes der Initiative Qualitätsmedizin. Liege beispielsweise in einer Klinik die Sterblichkeit bei Patienten mit Lungenentzündung deutlich über dem zu erwartenden Wert, werde versucht, so De Meo, den Ursachen der Abweichung auf den Grund zu gehen. Meist setzen sich Chefärzte aus IQM-Mitgliedskliniken zusammen, um auffällige Komplikationen und Behandlungsergebnisse in konkreten Fallstudien auf mögliche Fehler in Abläufen und Strukturen zu analysieren.

