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Herbsttrompete: Exoten im Wald
Herbsttrompeten sind ungewöhnliche Speisepilze Foto: pa/Lade

Herbsttrompete: Exoten im Wald

Von Manfred Pantförder | 12. Aug 2011 | Ernährung

Pilze

Wer Wildpilze sammelt, findet meist Steinpilz, Maronenröhrling und Pfifferling. Der Stein- oder Herrenpilz ist für viele der beliebteste, der fein geschnitten und mit Olivenöl und Balsamico-Essig beträufelt auch roh gegessen werden kann. Je nach Region seltener zu finden ist die Herbsttrompete, die bei erfahrenen Pilzsammlern oben auf der Suchliste steht, weil sie von ihnen als ungewöhnlich und guter Speisepilz angesehen wird.

Die Herbsttrompete ist – nomen est omen – an ihrer Form, die dem Musikinstrument ähnelt, zu erkennen. Manche fühlen sich auch an ein Füllhorn erinnert. Der Pilz, dessen Farbtöne von Grau bis Schwarz eher düster sind, wird auch als Totentrompete bezeichnet.

Getrocknet und gemahlen entfaltet sich das Aroma

Feinschmecker bevorzugen den Pilz, dessen Geruch schwach ist, getrocknet und gemahlen, um die Würze besser zur Geltung zu bringen. Das Fruchtfleisch ist ansonsten dünn und ein wenig elastisch. Ist der Pilz schon älter, fühlt er sich wie dünnes Gummi an.

Weil sich im offenen Trichter Staub oder Insekten befinden können, nutzt man den unteren Teil des Stiels besser nicht und säubert das Fruchtfleisch besonders gründlich. Getrocknete Pilze werden in Wasser eingeweicht und dann wie frische Ware in der Küche verarbeitet. Der Geschmack der Herbsttrompete ist nach dieser Prozedur fein und dabei kräftiger als der vom Pfifferling.

Der dunkle Pilz passt besonders gut zu hellem Fisch

Wer erfolglos im Wald nach der Herbsttrompete sucht, kann diesen eher selteneren Speisepilz im Herbst auch einmal als Importware, meist aus Frankreich, erwerben und goutieren. Am besten in Suppen und Soßen – oder als vegetarisches Hauptgericht. Denn Pilze sind sehr nahrhaft, sie liefern Proteine, Vitamine und Mineralstoffe und enthalten – anders als Fleisch – kaum Purine, den Stoff, der unter bestimmten Umständen bei manchen Menschen zu Gicht führen kann. Gerade die Herbsttrompete passt als Beilage auch gut zu Fisch, besonders zu hellem kontrastiert der dunkle Wildpilz reizvoll. See- als auch Süßwasserfisch wie etwa Zander harmonieren mit Pilzen wie der Herbsttrompete, sagt Birgit Linde, die ein Rezeptebuch „Pilze, Pilze, Pilze“ vorgelegt hat (siehe Kasten).

Wo steht der Craterellus cornucopioides, so der botanische Name dieses Speisepilzes? Bis in den November wächst die Herbsttrompete vorrangig in Laubwäldern, besonders in Symbiose mit Buchen, auch mit Eichen. Im Fachjargon heißt das Mykorrhiza, wenn Pilz und Baum sich wechselseitig mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Da unter den Bäumen meist viel Laub liegt, muss man gut suchen, um den Pilz zu finden. Aber auch im Nadelwald sei der Pilz zu finden, berichtet Rose Marie Dähncke, die Autorin des Standardwerks „1200 Pilze“ (AT Verlag).

Die Herbsttrompete ist kein Einzelgänger, sondern steht meist in größerer Anzahl auf leicht sauren oder kalkhaltigen Böden. In manchen Jahren massenhaft, berichten Pilzsammler. Wie der Name besagt, ist der Herbst die geeignete Jahreszeit, um den Pilz zu finden. Sammler berichten aber auch schon über Funde im Sommer, so es feucht genug ist. Der Hut ist hohl wie ein Trichter oder eben eine Trompete, innen meist dunkelgrau und bräunlich bis schwarz, außen eher heller. Dessen Rand ist umgeschlagen oder wellig.

Die Hutgröße variiert zwischen drei und acht Zentimetern Durchmesser, die Wuchshöhe beträgt fünf bis zwölf Zentimeter. Der Pilz verjüngt sich hin zur Basis, wie beim Pfifferling. Er wirkt leicht gerunzelt, Leisten sind aber allenfalls nur sehr schwach angedeutet, nicht ausgeprägt wie beim Pfifferling. Wegen ihrer Form und Farbe ist die Herbsttrompete kaum zu verwechseln mit anderen Pilzarten.

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Blumenkohl-Rezept
Für vier Portionen nehme man 250g getrocknete Herbsttrompeten und andere Wildpilze, 30 Min. in Wasser einweichen, abspülen und abtropfen lassen. Kleinen Blumenkohl waschen, Röschen in kochendem Salzwasser garen, 30g  Butter zerlassen, 30g Mehl und halben Liter Milch einrühren, bis Masse eindickt, mit Salz, Muskat, Pfeffer würzen. 250g Lachsfilet, die Pilze sowie 30g geriebenen Gruyère-Käse in die Soße geben. Blumenkohlröschen in gefettete Auflaufform schichten, mit der Soße übergießen, weitere 30g Gruyère darüber streuen. Im Ofen wird das eher kräftige Gericht bei 190 Grad überbacken.

Buchtipp  Das Rezept ist dem Buch „Pilze, Pilze, Pilze – Pilze für Topf und Pfanne“ von Birgit Linde entnommen, Verlag J. Neumann-Neudamm (Melsungen), 127 Seiten, mit zahlreichen Farbfotos, 14,95 Euro