Seitennavigation

Duft des Holunders

Duft des Holunders

Von Angela Dillmann| 08. Jul 2010 | Ernährung

Kolumne Mahlzeit

Man kann sie durch ihren starken, fast aufdringlichen blumigen Duft kaum übersehen. Die Rede ist vom Holunderbusch mit seinen weiß-gelblichen Doldenblüten. In der Naturmedizin ist der Gesundheitswert dieser Pflanze schon lange bekannt, bietet sie uns doch zweimal im Jahr ihre Schätze an. Im Frühsommer die Blüten und im Herbst die schwarzen Beeren. Immer öfter sieht man sie als Zutat im Joghurt, verarbeitet mit anderen Früchten zu Konfitüre oder als Saft.

Holunder zeichnet sich durch seinen hohen Vitamin-C-Gehalt, ätherische Öle, Vitamine der B-Gruppe, Kalium, Magnesium und Gerbstoff aus. Schweißtreibende Glykoside machen die Blüten zu einem Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Sie mobilisieren körpereigene Abwehrkräfte. Ein klassisches Rezept für eine Schwitzkur ist ein Tee aus vier Teelöffeln getrockneten Holunderblüten aufgebrüht mit einem halben Liter Wasser. Der Tee wirkt zusätzlich verdauungsfördernd und hat sich bei Magenkrämpfen bewährt. Wer für den Winter vorbeugen möchte, sammelt jetzt die vollständig geöffneten Blüten mit ganzem Blütenstand an eher abgelegenen Wegen. Die Blüten müssen getrocknet werden, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt. Lösen sich die Blüten von den Stielen, füllt man sie in ein dunkles Gefäß.

Eine weitere Verwendung in der Küche sind ausgebackene Holunderblüten. Aus 125 Gramm Mehl, drei Eiern, einer Prise Salz und etwas Milch wird ein Teig zubereitet. Die Dolden kurz mit kalten Wasser abbrausen, abtropfen lassen, am Stil gefasst in den Teig tauchen und in heißem Fett in der Pfanne goldbraun backen.

Man kann auch ein köstliches Getränk für heiße Tage zubereiten. Dazu die Dolden mit Mineralwasser übergießen, durchziehen lassen und anschließend mit Zitrone abschmecken. 

Kolumnistin Angela Dillmann ist Ernährungsberaterin in Berlin

myEntdecker Luxury Guide