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Tierische Gefahren
Der Giftcocktail des „Großen Petermännchens“ bereitet Schwellungen und starke Schmerzen Foto: pa/Okapia

Tierische Gefahren

Von Ela Dobrinkat | 08. Jul 2010 | Kinder

Ferienzeit

Kinder sind ganz versessen auf Streicheltiere. Leider sind streunende Hunde und Katzen in den Urlaubsländern Krankheitsherde. „Hände weg von streunenden Tieren“, warnt Professor Dr. Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin vor dem weit verbreiteten Katzenpilz.

Die Krankheit tritt, wie es im lateinischen Namen Microsporum Canis anklingt, auch bei Hunden auf und wird auf den Menschen übertragen. Vor allem in den Mittelmeerländern sind die gefährlichen Sporen verbreitet. In Österreich müsse man sich ebenso in Acht nehmen wie in Italien, Griechenland, der Türkei, auf den Kanaren oder in der Karibik, sagt Tietz.

Wochenlange Salbentherapie nach Katzenpilzinfektion

Sofortiges Händewaschen nach der Berührung mit dem Tier sei unbedingt nötig, verhindere aber die Ansteckung oft nicht. Man könne auch vorbeugend zwei Tage lang eine pilztötende Creme auftragen, rät der Mediziner. Er habe nach der Ferienzeit schon komplette Familien mit den charakteristischen Symptomen in seiner Praxis vorgefunden. Sie beginnen mit runden, roten juckenden Stellen auf Händen und Armen. Die Betroffenen müssen sich dann auf eine wochenlange Salbentherapie einstellen.

Wer den Gang zum Hausarzt aufschiebe, riskiere ein Übergreifen aufs Haupthaar, das am Ende in Büscheln ausfällt und kahle, krustige Stellen zurücklässt. Dann müssen noch zusätzlich Antimykotika in Tablettenform eingenommen werden. Die Krankheit sei extrem ansteckend, warnt Tietz, die Sporen schwer aus der Wohnung zu verbannen. „Sehr oft Teppiche saugen und Desinfektionsmittel benutzen“, empfiehlt der Experte. Nach der Infizierung dauere es etwa zehn Tage, bis die Krankheit ausbricht.

Vorsicht geboten ist auch am Meer. Quallen nie berühren, da die Nesselzellen an den Tentakeln einiger Arten bei Berührung wie leichte Verbrennungen wirken. Die Fäden sollten ohne neuen Hautkontakt mit viel Salzwasser, Essig oder Sand abgelöst werden. Wer in einen Seeigel tritt, muss die abgebrochenen Stacheln mit ärztlicher Hilfe entfernen lassen, da die Stellen sonst eitrig werden.

Im seichten Wasser von Nordsee, Atlantik, Mittelmeer und Schwarzem Meer lebt ein Fisch namens „Petermännchen“. Besonders in der Laichzeit – im Frühjahr und Sommer – hält sich der giftige Meeresbewohner dort auf (siehe Kasten). Sein toxischer Cocktail verursacht große Schwellungen und starke Schmerzen. Wattwanderungen sollten deshalb mit Strandschuhen gemacht werden. Der Arzt und Giftexperte Martin Ebbecke vom Giftinformations-Zentrum Nord, das u.a. für Küstengewässer zuständig ist, zählt pro Jahr etwa 15 bis 20 Intoxikationen durch Petermännchen. Sein Erste-Hilfe-Rat: Temperaturschock. Den Einstich erhitzen (mit Föhn oder Feuerzeug – ohne die Haut zu verbrennen), danach im Wechsel mit Eis belegen. Erfolg zeige manchmal auch, den Einstich in sehr heißes Wasser zu tauchen. Oft könnten die Betroffenen aber die Schmerzen ohne Analgetikum nicht aushalten.

Gefahr durch Fuchsbandwurm relativiert

Eine Entwarnung gibt es in Sachen Fuchsbandwurm: Der spontane Verzehr von Waldfrüchten wie Blaubeeren scheint nicht so gefährlich wie früher angenommen. Der Ulmer Professor Peter Kern hat in einer Studie nachgewiesen, dass die Ansteckung bisher weder über Pilze noch über Früchte erfolgte – sondern über Tiere. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei besonders der Hund ein Risikofaktor. Das Haustier ist ein Wirt für den Fuchsbandwurm und muss regelmäßig entwurmt werden. Es ist ratsam, sich beim Kontakt mit Hunden sehr oft die Hände zu waschen, damit Wurmeier nicht über den Mund in den Körper gelangen. Gelangen die Bandwurm-Eier in einen menschlichen Körper, wachsen die Larven heran und greifen die Leber an.

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Giftstachel

Petermännchen  Die Fische (Trachinidae), die bis zu 50 Zentimeter lang werden, gelten bei Anglern als Delikatesse. Sie verstecken sich im Sediment. Ihre Zeichnung ist oft dem Untergrund angepasst, Augen und Maul sind nach oben gerichtet. Ihre Kiemen haben je einen Dorn, die vordere Rückenflosse ist mit Giftdrüsen besetzten Stacheln versehen. Das Gift, das hitzeempfindliche Eiweiße enthält, löst Schmerzen und lokale Gewebereaktionen aus. Die Schmerzen setzen sofort ein und breiten sich auf benachbarte Körperregionen aus. Meist entwickelt sich eine starke Gewebeschwellung. Obwohl nicht tödlich, gilt das Petermännchen als einer der gefährlichsten europäischen Fische.