Auf dieser Seite haben wir Quellen und wichtige Dokumente zu unserem Bericht "Noten für den Arzt" zusammengefasst, die Sie im Internet zum Thema Ärztebewertungsportale finden.
Krankenkassen Ärztenavigator
Ab sofort können alle in Berlin, Hamburg und Thüringen wohnenden AOK-Versicherten ihre Mediziner im Arztnavigator bewerten. Ab Herbst 2010 werden die Befragungsergebnisse unter www.aok-arztnavi.de und unter www.weisse-liste.de veröffentlicht. Initiatoren der neuen Arztsuche sind die AOK und die „Weisse Liste“, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisation. Der Fragebogen zur Arztsuche wurde vom Berliner IGES-Institut entwickelt. Weitere Informationen und Fragebogen gibt es hier, Kurzinformationen der Verbraucherzentrale zum neuen Portal hier. Die TK hat eine eigene Arztbewertung in Planung - Pressemeldung.
Bestehende Bewertungsportale
In den letzten drei Jahren haben eine Reihe von privaten Internetfirmen bereits Arztbewertungsportale gestartet. Sie helfen allerdings bei der Suche nach einem guten Arzt bislang kaum weiter, weil ihnen u.a. eine ausreichende Zahl von Bewertungen fehlt. Beispiele: DocInsider, jameda, esando, medfuehrer, imedo. Einige Webseiten betreiben ihre Angebote auf Basis der Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit, darunter TopMedic, Onmeda und netdoktor.
Studien und Gutachten
Eine 2009 in der Zeitschrift „Gesundheitswesen“ des Thieme-Verlages veröffentlichte Studie (Abstract, Volltext kostenpflichtig) des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen kommt zu dem Ergebnis, dass Arztbewertungsportale "nur eingeschränkt in der Lage sind, Hilfestellung zur Identifikation einer guten Arztpraxis zu liefern" und "derzeit keinen höheren Ansprüchen genügen".
Qualitätskriterien
Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben im Dezember 2008 dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) den Auftrag erteilt, einen Katalog mit Anforderungen für Arztbewertungsportale zu erarbeiten. Dazu berief ÄZQ einen Expertenkreis, der entsprechende Kriterien entwickelt hat. Zum AOK-Portal gibt es bereits ein Gutachten, das allerdings nur auf den Auskünften der Betreiber beruht. Zehn private Portale werden untersucht, Gutachten sollen im September 2010 vorliegen.
Aus ärztlicher Sicht
Die Einführung von Arztbewertungsportalen beschäftigt die Mediziner. So haben sich verschiedene Verbandsmagazine mit dem Thema beschäftigt, darunter das Deutsche Ärzteblatt (Heft 23/2010), das Niedersächsische Ärzteblatt sogar wiederholt, das Magazin Berliner Ärzte und das Hamburger "KVH Journal". Ein Interview mit dem IGES-Direktor Bertram Häussler findet sich in der Ärztezeitung.
Missbrauch
Das Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin testete im Juli-Heft 2010 das AOK-Aerztenavi und kam zu dem Schluss, dass sich Arztbewertungen mit den Daten verstorbener AOK-Mitglieder, mit den Daten von AOK-Musterkarten („Dummys“) und sogar mit ausgedachten Kennziffern vornehmen ließen. Das Datenleck ist nach AOK-Angaben inzwischen repariert.

